12 magische Mottos – Wildnis

Paleica schickt uns diesen Monat mit ihren magischen Mottos in die Wildnis. Noch bevor ich ihre Hinführung zum Thema gelesen hatte, war mir meine Assoziation mit Wildnis sofort klar – mit Wildnis verbinde ich untrennbar Nordamerika. Dort habe ich Wildnis erleben dürfen und von dort werde ich Fotos zeigen. Dennoch habe ich aus Interesse bei Wikipedia nachgelesen, wie Wildnis definiert werden könnte (abgesehen davon, dass jeder von uns eine eigene Vorstellung von Wildnis im Kopf hat). Gefunden habe ich dies:

Wildnis ist – wie Landschaft und Natur – kein naturwissenschaftlicher, sondern ein alltagssprachlicher Begriff mit unterschiedlichen, kulturell geprägten Bedeutungen. Es gibt zwei verschiedenartige Begriffsbestimmungen:

  1. Nach der einen wird unter Wildnis eine vom Menschen weitgehend unbeeinflusste Naturlandschaft verstanden, die sich durch naturwissenschaftliche Parameter beschreiben und von Kulturlandschaften, Städten, Landwirtschaftsflächen, Forsten usw. abgrenzen lässt. In diesem Sinne kann man noch rund ein Viertel bis ein Drittel der Landoberfläche Wildnis nennen.
  2. Die zweite Begriffsbestimmung ist mit einem Werturteil verbunden. Demnach wird ein Gebiet als Wildnis bezeichnet, wenn ihm die Bedeutung einer Gegenwelt zu irgendeinem kulturellen Ordnungsprinzip zugewiesen wird. Dabei kann die Bewertung sowohl positiv als auch negativ ausfallen: abwertend z. B. als „ungezähmte, unordentliche“ Natur im Gegensatz zur kultivierten Natur, aufwertend z. B. als „unverdorbene, unschuldige“ Urnatur.

Deutschland ist leider schon sehr zugebaut und „echte“ Wildnis lässt sich kaum noch finden. Erst letzte Woche habe ich mit einem Kollegen, der in der Gegend bei Celle (viel Wald) lebt, über die dortige Rückkehr der Wölfe geredet. Und ja, es kann tatsächlich ein Problem werden, weil diese wilden Tiere durch die fehlende Räumlichkeit die Scheu vor den Menschen verlieren und näher ran kommen als allen Beteiligten gut täte. In den USA habe ich nur ein einziges Mal Wölfe gesehen und das auch nur durch Zufall, denn die haben sofort umgekehrt als sie Spuren von Zivilisation entdeckten. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es hier mit der „Rückkehr eines Stückchen Wildnis“ weitergeht. Für diesen Blogpost nehme ich Euch aber mit über den Atlantik und lass die Wölfe in Deutschland Wölfe sein.

Ich hätte einige Fotos in meinem Archiv die Wildnis zeigen. Ich habe mich jedoch nur für einen – eher unspektakuläreren – Ort entschieden. Mein Mann und ich haben dort zweimal einige Tage verbracht und ich war selten so abseits von jeglicher Zivilisation. Ich meine diese kleine Guest Ranch in New Mexico. In meinem damaligen Blog schrieb ich:

Die Ranch ist ein kleiner Familienbetrieb, aber keine Ranch im Sinne von Viehzucht und Ackerbau. Es ist eine reine Guest Ranch und (fast) alles dreht sich um uns Gäste und die Pferde. … Sie haben übrigens 16 Pferde zuzüglich 2 Zwergpferde und 2 Zwergesel (nicht zum reiten geeignet). Die Ranch liegt abseits jeglicher Zivilisation im Gila National Forest in New Mexico. Die nächste größere Stadt ist Truth or Consequences und 130 km bzw. ca. 2,5 h Fahrtzeit entfernt, weil die Gegend sehr bergig ist.

Ja, und so war es auch – keine asphaltierte Straße, kein Handyempfang und der schönste und beeindruckenste Sternenhimmel den ich je gesehen habe (ich weiß, dass die Formulierung inhaltich keinen wirklichen Sinn ergibt, aber so fernab jeglicher Zivilisation und damit ohne jeglichen Lichtsmog  glaube ich, dass das tatsächlich ein anderer Sternenhimmel ist und damit auch der schönste).

Die Gäste dürfen natürlich ihren Tagesablauf bestimmen. Ausritte gibt es jedoch meistens vor- und nachmittags oder auch mal den ganzen Tag. Außerdem besteht die Möglichkeit eines Ausrittes über Nacht.

Die Ausritte in unberührte Natur waren wunderbar und spannend. Einmal haben wir auch in der Wildnis übernachtet. Eine völlig neue Erfahrung für mich – 24 Stunden ohne fließend Wasser (abgesehen von dem Bach an dem wir kampiert haben) und ohne Strom aus der Steckdose. Essen wurde – wirklich! ich schwöre! – über dem Lagefeuer zubereitet und übernachtet haben wir in Zelten auf Isomatten. In perfekter Dunkelheit. Unter einem perfekten Sternenhimmel.

Ich bin wahrlich kein Pferdenarr und diese beiden Aufenthalte auf der Ranch waren das erste und letzte Mal, dass ich auf einem Pferd saß, aber es war jede Mühe und alle Ängste wert. Und weil es bei den magischen Mottos um Fotos geht, hier nun die visuellen Eindrücke der Wildnis eines kleines Teils New Mexico.


(Ich muss aber noch einen Disclaimer einfügen: die Fotos sind nicht ausschließlich von mir – ich war so mit Reiten beschäftigt, dass ich unmöglich noch meine Kamera mit nehmen konnte -jedenfalls keine, wo ich beide Hände zum fotografieren benötige.)


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Annett

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10 Kommentare zu „12 magische Mottos – Wildnis

  1. Natürlich das Motto getroffen und die Aufnahmen mit den Pferden erinnern mich an den klassischen Westernfilm !!!
    PS: Da fällt mir ein, schon jahrelang keinen mehr gesehen ! In der heutigen Zeit werden glaub auch keine mehr gedreht , also auf Klassiker zurückgreifen !

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  2. Das sieht herrlich aus, wirklich schön. Das nenn ich frei und wild… Ich sitz gerade auch an meinem Beitrag und bin ein bisschen ins grübeln gekommen… Gar nicht so einfach das Wort Wildnis für sich selbst zu definieren. In Deinem Fall passt alles wunderbar… Aber ich will nicht klagen, die Bilder zu meinem Beitrag sind schon auch wild. Für mich, in meiner bescheidenen Sicht auf die Welt ;-)))

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    1. Danke Dir. Frei und wild – das fasst es wirklich gut zusammen. Und es beschreibt ein Gefühl, das ich viel öfter in den Alltag mitnehmen sollte.
      Nun hast Du mich allerdings auch auf Deinen Beitrag gespannt gemacht. 😊 Aber der ist noch gar nicht veröffentlicht. 😣

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  3. wieso unspektakulär? eine wunderschöne Wildnis ist das, mit tollem Himmel, Felsen und unendlicher Weite, die ich so liebe. Ich war noch nie in so einsamer Gegend, aber ich glaube auch, dass die Sterne dort heller scheinen.
    lg Lucy

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    1. Danke für Deinen Kommentar. 🙂 Also mit unspektakülar meinte ich, dass es eindrucksvollere Regionen in den USA gibt ;). Und ja, die Weite ist toll! Die liebe ich auch und fehlt mir sehr hier in D., da ist alles irgendwie „enger“ und der Blick kann nicht so weit scheifen.

      Gruß, Annett

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