Reflexion

Die letzten Tage gab es in dieser Region des Landes wunderbares Wetter. Zumindest, wenn man den üblichen November als Maßstab nimmt. Es war  genau das Licht, weswegen ich diesen Blog Winterlicht genannt habe. Die Luft war klar, absolut windstill und die Sonne steht mittlerweile so tief am Himmel, dass sogar zur Mittagsstunde das Licht weich und angenehm ist. In diesem Licht sieht fast alles gelungen und wunderbar aus. Das Licht schmeichelt. Das Licht lockt nach draußen. Das Licht begeistert. Das Licht verspricht tolle Fotos.

Auch ich fühlte das Versprechen und es zog mich ans Wasser. Absolut ruhiges und nahezu bewegungsloses Wasser. Es diente dem Himmel als Reflexionsfläche. Entstanden sind ruhige und minimalistische Fotos. Es ist nichts los auf meinen Fotos, aber sie spenden Ruhe und vermitteln ein Gefühl von Weite und Raum. Sie bereiten auf den nahenden Winter und der damit einherkommenden Stille vor. Die Welt scheint im Winter ruhiger zu werden – so wie sie auch jeden Abend ruhiger wird, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet.

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Annett

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Wankelmütig

Vor genau einem Monat habe ich geschrieben, offline zu sein. Ich hatte mir die Entscheidung gut überlegt und war mir sicher – das Bloggen hatte mir keine Freude mehr bereitet. Nachdem ich also meine offline-Zeit bekannt gegeben habe, zog es mich immer öfter zum Blog zurück. Zu meinem (und manchmal auch zu anderen). Ich habe ganz viele meiner älteren Beiträge gelesen. Ich habe sie mit fremden Augen gelesen und mir gefiel, was ich las. Es hat noch immer seine Richtigkeit und spiegelt meine Gedanken wider. Die Beiträge aus meinem ersten Bloggerjahr würde ich heute vermutlich nicht mehr so veröffentlichen, aber sie gehören dazu und zeigen die Entwicklung dieses Blogs.

Und nun sitze ich hier, tippe in den WordPress-Editor und überlege erneut, wie es mit meinem Blog weitergehen könnte. Ich habe es nicht über’s Herz gebracht, diesen Blog komplett vom Netz zu nehmen und nun bringe es nicht über’s Herz gar nicht mehr zu schreiben. Mir fehlt dieses Sammelbecken meiner Gedanken. Natürlich könnte ich meine Gedanken auch sammeln und aufschreiben ohne sie zu veröffentlichen. Aber ich finde es reizvoll und motivierend zu schreiben mit dem Wissen, dass andere es lesen könn(t)en. Ich schreibe dann besser. Und oft auch ehrlicher.

Und dann sind da natürlich noch meine Fotos. Ja, ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Bilderflut im Internet überhand nimmt. Aber … auch ich möchte meine Fotos zeigen und anderen zugänglich machen. Ich denke nämlich, dass meine Fotos es durchaus verdient haben. 2018 war fotografisch für mich nicht sehr reichhaltig. Ich habe selten so wenig fotografiert, aber vielleicht ist auch das ein Entwicklungsschritt? Eine Entwicklung in die richtige Richtung, weil nämlich dadurch automatisch, das, was ich fotografiere an Bedeutung gewinnt. Ich fotografiere sorgfältiger und bedachter. Zumindest fühlt es sich so an.

Und so ist der Stand der Dinge. Die Entscheidung über diesen Blog schiebe ich auf und behalte mir vor, zu schreiben, wann immer ich schreiben möchte. Alternativ zeige ich einfach ein Foto von neulich. Ein Foto, das aussieht wie ein Rorschachtest. Zumindest ein bisschen. Und ich zeige dasselbe Motiv – aufgenommen ein Jahr zuvor bei völlig anderem Wetter und mit gänzlich anderer Bildwirkung. Ich mag beide sehr.

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Annett