Wankelmütig

Vor genau einem Monat habe ich geschrieben, offline zu sein. Ich hatte mir die Entscheidung gut überlegt und war mir sicher – das Bloggen hatte mir keine Freude mehr bereitet. Nachdem ich also meine offline-Zeit bekannt gegeben habe, zog es mich immer öfter zum Blog zurück. Zu meinem (und manchmal auch zu anderen). Ich habe ganz viele meiner älteren Beiträge gelesen. Ich habe sie mit fremden Augen gelesen und mir gefiel, was ich las. Es hat noch immer seine Richtigkeit und spiegelt meine Gedanken wider. Die Beiträge aus meinem ersten Bloggerjahr würde ich heute vermutlich nicht mehr so veröffentlichen, aber sie gehören dazu und zeigen die Entwicklung dieses Blogs.

Und nun sitze ich hier, tippe in den WordPress-Editor und überlege erneut, wie es mit meinem Blog weitergehen könnte. Ich habe es nicht über’s Herz gebracht, diesen Blog komplett vom Netz zu nehmen und nun bringe es nicht über’s Herz gar nicht mehr zu schreiben. Mir fehlt dieses Sammelbecken meiner Gedanken. Natürlich könnte ich meine Gedanken auch sammeln und aufschreiben ohne sie zu veröffentlichen. Aber ich finde es reizvoll und motivierend zu schreiben mit dem Wissen, dass andere es lesen könn(t)en. Ich schreibe dann besser. Und oft auch ehrlicher.

Und dann sind da natürlich noch meine Fotos. Ja, ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Bilderflut im Internet überhand nimmt. Aber … auch ich möchte meine Fotos zeigen und anderen zugänglich machen. Ich denke nämlich, dass meine Fotos es durchaus verdient haben. 2018 war fotografisch für mich nicht sehr reichhaltig. Ich habe selten so wenig fotografiert, aber vielleicht ist auch das ein Entwicklungsschritt? Eine Entwicklung in die richtige Richtung, weil nämlich dadurch automatisch, das, was ich fotografiere an Bedeutung gewinnt. Ich fotografiere sorgfältiger und bedachter. Zumindest fühlt es sich so an.

Und so ist der Stand der Dinge. Die Entscheidung über diesen Blog schiebe ich auf und behalte mir vor, zu schreiben, wann immer ich schreiben möchte. Alternativ zeige ich einfach ein Foto von neulich. Ein Foto, das aussieht wie ein Rorschachtest. Zumindest ein bisschen. Und ich zeige dasselbe Motiv – aufgenommen ein Jahr zuvor bei völlig anderem Wetter und mit gänzlich anderer Bildwirkung. Ich mag beide sehr.

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Annett

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Ich bin offline …

…. und genieße den wunderbaren Herbst und mein Leben abseits der virtuellen Welt.

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Vielen Dank allen Lesern, die mich bis hier begleitet haben – vielleicht lesen wir uns wieder.

Annett

Offline-Sommer

Ich war so lange weg aus der virtuellen Welt. Weg vom Computer. Weg von den von mir geschätzen Blogs. Weg von meinem Blog. Und sogar weg von meiner Kamera. Ich hatte kein Verlangen nach digitalen Dingen. Der Sommer war toll. Er ist zwar noch nicht vorbei, aber sein Ende kündigt sich an. Langsam, schleichend und unaufhaltsam. Ich sehe das Ende in den kürzer werdenden Tagen. Ich sehe es darin, dass morgens um 6 Uhr die Sonne nicht in unsere Küche scheint, sondern hinter dem gegenüberliegenden Haus verborgen bleibt. Ich sehe es an den kühlen Nächten und den mitunter ebenso kühlen Morgen. Ich bin wehmütig und nicht bereit den Sommer schon jetzt ziehen zu lassen.

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Dennoch bereitet der Sommer seinen Abschied vor und ich bereite langsam meine Rückkehr in die virtuelle Welt vor. Ich finde wieder Freude am Lesen anderer Blogs und habe ja nun auch einiges zum Nachlesen. Ich selbst war noch nie ein Viel-Blogger und werde das auch nie sein, aber ich blogge gerne und das wird auch so bleibt. Die Unregelmässigkeit und wenigen Beiträge werden auch so bleiben … vermutlich …

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Bleibt noch das Wiederbeleben meiner Kameraaffinität und meiner Fotografieleidenschaft. Sonntag habe ich damit „angefangen“ und war zum fotografieren unterwegs. Ich habe blühende Heide entdeckt und im Wald mit Sonnenstrahlen geflirtet. Ich habe erkannt, dass auch beim Fotografieren eine gewisse Routine und Übung unablässlich sind. Die Kamera lag schwer in meiner Hand. Das Handling war ungewohnt und doch vertraut – nicht so als ob ich sie die letzten 2 Monate ignoriert hätte. Wie wahr doch die alte Volksweisheit, dass Übung den Meister macht, ist. Ich konnte Sonntag nichts meisterhaftes finden. Vielleicht sollte ich auch mal eine dieser 365-Tage-Fotoübungen anfangen!? Aber ich bin mir unschlüssig, ob das wirklich meine Kreativität und Kamerahandhabung fördert oder nur irgendwann zu einer lästigen Pflicht verkommt und ich das Projekt aufgebe.

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Aber vor allem anderen, möchte ich jedoch den wunderbaren Sommer verabschieden und mich irgendwie mit dem kommenden Herbst anfreunden. Herbst … hat auch schöne Seiten … bunte, vor allem.

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Annett

Gräser-Kaleidoskop

Einige dieser Aufnahmen erinnern mich an den Blick durch ein Kaleidoskop – ein simples Spielzeug mit dem sich unzählige und immer wieder überraschende Muster bilden lassen. Langweilig wird es damit nie. Einem Kaleidoskop habe ich schon lange keine Beachtung mehr geschenkt und ebenso habe ich bisher Gräser nicht beachtet. Ja, sie sehen nett aus, abends oder morgens im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne und geben ein tolles Fotomotiv ab. Aber wirklich einzeln habe ich sie nie be(tr)achtet oder gar als Fotomotiv in Erwägung gezogen. Welch ein Fehler! Zusammen mit den Makrozwischenringen und der Multispektralfolie sind sie interessante und abstrakt wirkende Motive – ganz nach meinem Geschmack und in ebenso unzähligen Variationen wie es Muster in einem Kaleidoskop gibt.

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In diesem Sinne wünsche ich Euch einen wunderbaren Sommer, dessen Schönheit mitunter in den kleinen Details liegt.

Annett

Verschwommene Klarheit

Ich erkläre hiermit offiziell den Monat Juni zum Blümchen-Monat auf diesem Blog. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Gefallen an der (oft zu unrecht verpönten) Blümchenfotografie, wie die letzten Wochen. Die Kombi Makro und Multispektralfolie bietet so unglaublich viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten – es ist eine reine Freude sich damit austoben zu können und völlig ohne Zwang die verschiedenen Wirkungen zu entdecken.

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Gerade habe ich meinen Beiträgen vom Anfang diesen Jahres gelesen. Ich war – fotografisch gesehen – so leer, ohne Idee, ohne Motivation, ohne Spaß an der Freude. Und nun gerade ist es völlig anders. Ich habe Ideen, die natürlich nicht alle gelingen, aber noch wichtiger, ich habe einfach Lust die Kamera in die Hand zu nehmen und zu probieren. Und manchmal, ganz manchmal, bin ich selbst überrascht von dem Ergebnis. So wie bei den hier gezeigten Fotos. Ich bin überrascht, wie wunderbar interessant die „verschwommene Klarheit“ meine Fotos macht und ich finde den – etwas ins bläuliche – verlegten Weißabgleich absolut passend.

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Die Fotos erscheinen wie ein Traum. Sie sind merkwürdig klar und zugleich verschwommen. Und wie Träume lassen sie sich nicht auf den ersten Blick ordnen. Für einige Betrachter mögen sie überhaupt keinen Sinn ergeben. Für andere dagegen sehr wohl. Genau wie Träume. Und soll es nicht so sein? Sollte nicht jedes Fotos genug Spielraum für die eigene Interpretation lassen? Natürlich nur, wenn sich der Betrachter oder der Fotograf auch die Zeit dafür nimmt.

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Und auch da drängt sich wieder der Vergleich mit einem Traum auf. Manche geben nichts auf Träume und vergessen sie. Aber andere wiederum erinnern sich lebhaft an ihre Träume und entwickeln ihre eigene Interpretation. Beide Varianten sind natürlich zulässig und jeder muss für sich entscheiden, was er oder sie möchte. Ich möchte fotografieren. Und ich genieße diese neugewonnene Freude daran, so lange sie anhält. Denn, auch dessen bin ich mir sicher, irgendwann kommt sie wieder. Die fotografische Flaute. Gefürchtet, aber unvermeidbar.

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Ich fand eine Feldblume, bewunderte ihre Schönheit, ihre Vollendung in allen Teilen, und rief aus: „Aber alles dieses, in ihr und Tausenden ihresgleichen, prangt und verblüht, von niemandem betrachtet, ja oft von keinem Auge auch nur gesehn.“ Sie aber antwortete: „Du Tor! Meinst du, ich blühe, um gesehn zu werden?“

(Arthur Schopenhauer)

Annett

Golden Poppy Flower

Motivsuche kann einfach sein. Eigentlich wollte ich so etwas banales wie den wöchentlichen Einkauf zu erledigen, aber dann fand ich die abgerissene Blüte einer California Poppy Flower im Garten und konnte einfach nicht dem leuchtenden Gelb widerstehen. Es verlangte geradezu danach unbedingt und sofort fotografisch festgehalten zu werden. Nun denn – ich fügte mich klaglos in mein Schicksal, wohl wissend, dass anschließend noch reichlich Zeit für den Einkauf bleiben würde.

Entstanden sind einfache Blütenfotos in dem Versuch das Gelb noch mal richtig leuchten zu lassen, bevor die Blüte für immer verwelkt sein würde.

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Annett

Persönliche Fehlgriffe

In der virtuellen Welt scheint oftmals alles perfekt und fehlerfrei. Alles scheint mühelos und gelungen. Auch ich präsentiere hier nur Fotos, die ich persönlich gelungen finde und die mir gefallen (und dieser Beitrag wird die regelbestätigende Ausnahme sein). Natürlich ändert sich mein Geschmack und einige Fotos aus meinen älteren Beiträge, würde ich heute vermutlich nicht mehr zeigen. Aber „damals“ hatten sie ihre Berechtigung und ich stand hinter ihnen.

Egal, ob man Musiker, Fotograf, Maler, Schriftsteller, etc. ist, niemand präsentiert Werke, die den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Das ist richtig und gut so. Aber – und das ist mal so sicher wie das Amen in der Kirche – jeder Künstler produziert auch Outtakes. Damit meine ich nicht, die Zweite-Wahl-Fotos einer Serie, sondern eigenständige Ideen, die einzigartig, genial und umwerfend erscheinen. So lange, bis sie  in die Realität umgesetzt werden. Solche Fehlgriffe hat bestimmt jeder schon produziert, auch wenn niemand darüber spricht, schreibt oder sie zeigt.

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Da hat man habe ich also eine absolut großartige kreative Idee und in meinem Kopf entstehen die ansprechensten Fotos. Voller Vorfreude starte ich die Vorbereitung und Umsetzung meiner Idee. Die Bilder in meinem Kopf werden klarer, die Vorstellungen genauer und ich bin mir sehr sicher, dass diese Idee ein voller Erfolg werden wird.

Nach getaner fotografischer Arbeit entnehme ich die Speicherkarte, um mein einmaliges Werk am PC zu bestaunen. Und bereits die ersten Fotos sind … nun ja … ernüchternd. Sie sind definitiv anders als in meiner Vorstellung – wenn ich Glück habe, sind sie besser, aber wenn es nicht gut läuft, sind sie …. schlecht(er). Aber nun, es sind eben auch die ersten Fotos. Ich  muss doch erst mal warm werden und den richtigen Zugang zu meiner Idee finden. Die Übertragung von Kopf auf Speicherkarte macht etwas Mühe und ich brauche eine Weile bis ich im Flow bin. So rede ich mir die ersten 50 Fotos schön. Leider sehen die nächsten 100 Fotos auch nicht gelungener aus. Die digitalen Fotos sehen wirklich so ganz anders aus als die gedanklichen Bilder.

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Ein voller Reinfall. Aber die Idee! Die Idee war doch wirklich gut. Die Umsetzung aber nicht. So etwas kommt vor. Passiert jedem. Je nachdem wie überzeugt ich von meiner Idee bin, starte ich noch einen oder zwei weitere Versuche. Machnmal erfolgreich. Manchmal ebenso daneben wie der erste Versuch.

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Das ist der Punkt an dem ich einsehe, dass einige Ideen einfach nicht dafür gemacht sind, mehr als eine Person zu erfreuen. Und so bleiben von dieser Idee nur noch die Bilder in meiner Vorstellung (nach wie vor übrigens ausgesprochen ansprechend) und ich trauere darum, dass ich diese Idee nicht umsetzen konnte. Aber die Trauer verschwindet recht schnell und die nächste Idee schleicht sich in meine Gedanken. Vielleicht ja dieses Mal …. wer weiß. Versuchen muss ich es jedenfalls.

Annett

P.S. Die Fotos, die diesen Beitrag „schmücken“, sind Fotos einer gescheiterten Idee. Dieses Mal – und vermutlich nur dieses eine Mal – habe ich entschieden, sie nicht gleich im virtuellen Papierkorb verschwinden zu lassen. Jedenfalls nicht alle 150. Manchmal mache ich aus der Not eine Tugend.

Die Leichtigkeit des Fotografierens

Fotografieren ist eine wunderbare Tätigkeit. Es fördert Kreativität, trägt zur Entspannung bei, schult den Blick, macht gute Laune. Alles in allem macht das Fotografieren Spaß. Aber oft, so scheint mir, wird dieser Spaß vergessen. Vergessen über Regeln zum Fotoaufbau. Vergessen über Technikdiskussionen. Vergessen im Perfektionswahn unserer Gesellschaft. Vergessen bei der hohen Schlagzahl, die in den sozialen Medien herrscht. Vergessen bei der Suche nach DEM Motiv aller Motive. Vergessen bei einer Unzahl an langweiligen Fotos. Vergessen auf der Suche nach belanglosen Likes. Aus der einstigen Leichtigkeit des Fotografierens ist eine ungeahnte Bürde geworden.

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Das ist ziemlich schade. Ich bin dafür wieder mehr Leichtigkeit in meine Fotografie zu bringen. Ich denke am ehesten lässt sich diese Leichtigkeit zurückerobern, in dem ich nicht nur mit dem Kopf fotografiere, sondern auch Bauchgefühl und Herz wieder verstärkt zulasse. Ich kann Musik hören und fühlen. Und so kann ich auch Foto sehen und fühlen – sowohl beim Aufnahmen als auch beim anschließenden Betrachten.

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Ich bin beim Fotografieren sowieso schon immer ein Bauchmensch gewesen. Der Kopf hat dabei nie eine große Rolle gespielt, sondern ich habe von Anfang an aus dem Bauch und oftmals „unbewußt“ fotografiert. Und so fotografiere ich auch heute noch. Dennoch kommt es mir so vor, als ob ich diese Leichtigkeit und Unbeschwertheit meiner Anfangsjahre verloren habe und nun mehr „denke“ beim Fotografieren bzw. Fotos mit dem Kopf aufnehme. Nicht richtig bei der Sache bin, sondern gedanklich bereits beim nächsten Schritt.

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Ich weiß nicht, ob ich meine Leichtigkeit wieder finden kann, aber ich werde mich bemühen ohne mich zu sehr anzustrengen, weil das vermutlich kontra-produktiv in Bezug auf die Leichtigkeit ist. Ich möchte das Mühelose an der Fotografie wiederfinden und mich nicht vom Gewicht anderer Fotos runterziehen lassen.

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Vielleicht ist die Lösung aber auch einfach(er): machst Du es Dir schwer, dann ist es schwer. Machst Du es Dir leicht, dann ist es leicht. Vielleicht stehe ich mir also selbst im Weg, weil ich es mir schwer mache und mir selbst die Leichtigkeit raube? Aber zumindest von den hier gezeigten Fotos kann ich sagen, dass ich sie mühelos und mit jeder Menge Leichtigkeit in meinem Garten „gefunden“ habe. Da war sie wieder die Leichtigkeit und nun muss ich sie bloß noch zukünftig bewahren.

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Annett

 

Vergessene Träume

Da sind sie plötzlich wieder – meine vergessen geglaubten Träume. Ich meine nicht die Träume, die Nachts dafür sorgen, dass mein Gehirn aufgeräumt wird, sondern die Wünsche und Vorstellungen, die jeder von sich und seinem Leben hat. Die Ideale und Vorstellungen – mal vage, mal sehr konkret – mit denen wir aufwachsen und die wir im Laufe der Jahre entwickeln. Und die oft genug einfach ins Vergessen geraten. Weil … das Leben dazwischen kommt? Weil … man sich nicht intensiv genug mit ihnen auseinandersetzt? Weil … sie oft an Bedeutung verlieren und einfach nicht mehr wichtig sind? Weil … der Mensch, der sie träumte, ein anderer ist, als der, der sich an sie erinnert?

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Das ist völlig in Ordnung für eine Vielzahl meiner Jugendträume – geheim, rebellisch und realitätsfern. An diese Träume kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Aber da gibt es noch die anderen Träume. Träume, die mir mehr bedeuten. Träume, die zu wichtig sind, als das ich sie in die Kategorie Vergessen sortieren kann. Träume, die meinem Selbst und dem tiefsten Ich entspringen. Sie geraten in Vergessenheit, aber sie verschwinden nicht.

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Der Soundtrack meiner Jugendjahre befördert sie zuverlässig wieder ans Licht oder besser in mein Bewußtsein. Musik ist ein ziemlich guter Katalysator für Gefühle, Erinnerungen und Träume. Jedenfalls für mich. Für jemanden anderes funktionieren vielleicht Gerüche, Texte, Fotos oder einzelne Worte als Katalysator. Da sind sie dann also auf einmal wieder – die vergessenen Träume. Manche sind schon ziemlich „alt“ – sofern Träume überhaupt alt werden können. Dennoch erscheinen sie aktueller denn je. Eine merkwürdige Eigenschaft von Träumen. Obwohl ich nicht mehr der selbe Mensch wie vor 25 Jahren bin, sind die Träume noch dieselben. Ein wenig dringlicher und konkreter, aber im Prinzip dieselben.

Und was mache ich nun mit diesen Träumen? Am bequemsten wäre es sie wieder in die Schublade des Vergessens zu stecken, aber ich kriege die Schublade nicht mehr zu. Aber da ich nun über wesentlich mehr Lebenserfahrung und andere Mittel verfüge, kann ich mich differenziert mit ihnen auseinandersetzen und ein wenig Zeit ins Träumen investieren.

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Und weil meine vergessenen Träume so gar nichts mit Fotografie zu tun haben, aber dies doch ein Fotoblog ist, will ich Euch noch verraten – in der Annahme, dass es Euch interessiert – wie diese träumerisch anmutenden Fotos entstanden sind.

Nachdem ich bereits hier mit Multispektralfolie experimentiert habe, aber das Regenbogenauge aus der kwerbox leider durch den runden Papprand ein wenig einschränkend ist, habe ich mich an der Idee von Franz vom Blog Foto-Stil orientiert und mir einen eigenen „Multispektralfilter“ gebastelt. Das Ergebnis ist zufriedendstellend und die Handhabung beim Fotografieren wesentlich praktischer. Im Übrigen habe ich noch – in Ermangelung eines Makroobjektives – Makrozwischenringe benutzt bei diesen Aufnahmen.

Eine absolut entscheidene Zutat bei diesen Fotos ist allerdings die Sonne als Gegenlicht oder zumindest von der Seite. Erst dann werden die Spektralfarben sichtbar. Die Intensität der Spektralfarben lässt sich durch die Lichteinfall der Sonne beeinflussen.

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„Nichts geschieht, ohne dass ein Traum vorausgeht.“

Carl Sandburg

Annett

Kann ein Foto zu wenig Inhalt haben?

Ich glaube darauf lässt sich nicht pauschal mit ja oder nein antworten, sondern das muss jeder für sich entscheiden.

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Ich persönlich mag wenig Bildinhalt auch mal ganz gern. Aber wann ist zu wenig zu wenig? Ich mag Weite, Ferne und irgendwie auch Leere. Ich mag das beim Spazieren gehen und ich mag es auf Fotos.

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Wann immer ich Weite sehe, erfasst mich ein Gefühl unbestimmbaren Verlangens und eine Sehnsucht hinaus ins Weite zu ziehen. Ich fühle mich sehr wohl, wenn ich den Blick frei schweifen lassen kann. Keine Bäume, keine Berge, keine Häuser, keine sonstwas, die den Blick unterbrechen und ablenken. Ich habe gern viel Himmel auf meinen Fotos. Viel Himmel vermittelt mir immer ein Gefühl von Weite und Größe.

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Alles ist so gleichmässig und gleichtönig. Nichts stört. Nichts überfordert die Eindrücke. Keine sichtbaren Grenzen. Man kann das minimalistisch nennen. Oder langweilig. Je nach persönlichen Vorlieben.

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Jemand anders hätte vermutlich im Gewimmel am Strand interessante Fotomotive gesehen, wie z. B. diese neuartige Hybrid Ferry. Die – so wie es scheint – sowohl im Wasser schwimmen als auch an Land fahren kann.

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Es ist ebend doch oftmals alles eine Frage der Perspektive. Ganz besonders auch bei Hybrid Ferries.

Annett