12 magische Mottos – Kontraste

Paleica möchte Kontraste sehen und die soll sie auch bekommen. Obwohl mir die Bedeutung von Kontrast durchaus bekannt ist, habe ich dennoch aus Spaß an der Freude mein Fremdwörterlexikon bemüht – so ein ganz klassisches, mit Seiten aus Papier, wo ich Stunden brauche bis ich das gesuchte Wort gefunden habe, weil ich nämlich vorher über 5000 andere interessante Worte stolper. Ich nehme es nur noch selten aus dem Bücherregal, denn das Online-Bücherregal ist so viel bequemer (und langweiliger!).  Nun mein Papier-Duden bietet (unter anderem) diese zwei Definitionen von Kontrast:

  1. starker, ins Auge springender Gegensatz; auffallender Unterschied
  2. Unterschied in der Helligkeit der hellen und dunklen Partien eines Bildes (Fotografie)

Die 2. Bedeutung habe ich hier nicht aufgeführt, weil ich sie nicht verstanden. Irgendwas mit syntagmatisch – vermutlich ist das eh nur für Germanstikstudenten relevant. Außerdem hätte ich noch syntagmatisch nachschlagen müssen, aber das Wort übt so gar keinen Reiz auf mich aus (manchmal ist Weglassen einfach die bessere Entscheidung)

Die Bedeutung Nr. 3 ist irgendwie so passend, naheliegend und einleuchtend, dass ich mich glatt für die 1. Definition entschieden habe. Nachdem ich dann auch meine Idee mit den Komplementärfarben abgewählt hatte (die ursprüngliche Idee war Bildpaare in den Komplementärfarben rot – grün und blau – gelb zu zeigen), habe ich mich recht spontan entschieden, dieses magische Motto zum Gedenken an die Magnolie in meinem Garten zu nehmen. Zwischen den beiden nachfolgenden Fotos liegen 13 Tage, viel Polarluft, Hagel, Sturm, nächtliche Minusgrade und Regen. Das war zuviel für diesen wunderbaren Baum und so sind zwei sehr unterschiedliche Fotos innerhalb von wenigen Tagen entstanden. Und während ich diese Zeile tippe, schaue ich auf diesen traurigen Baum, bei dem derzeit die Farbe braun dominiert, weil die weißen und zartrosa Blüten vorzeitig verwelkt sind.

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Annett

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Braucht das Kind einen Namen?

Was antwortet Ihr, wenn Ihr gefragt werdet, was Ihr fotografiert? Nicht in diesem einen speziellen Moment, sondern was Ihr ganz allgemein  fotografiert. Ich finde die Antwort echt schwer. Ich weiß, was ich nicht fotografiere, aber eine zufriedenstellende Antwort, was ich denn nun fotografiere, kann ich dem Fragenden nicht bieten. Braucht das Kind einen Namen? Brauche ich eine Schublade für meine Fotografie? Ich persönlich nicht unbedingt, aber ich verstehe, dass es andere für – zumindest eine grobe – Einordnung hilfreich finden. So sind wir Menschen einfach. Wir lieben Schubladen, Label, Kategorien, etc.. Erst wenn wir etwas klassifizieren können, fühlen wir uns wohl. Es hilft halt beim Einordnen der Dinge – im wahrsten Sinne des Wortes.

Mich bringt diese Frage nach dem „Was“ auch regelmässig ins Grübeln, wie ich mich bzw. meine Fotos denn am sinnvollsten klassifizieren könnte. Es geht nicht nur um die Eindordnung, sondern auch darum das ureigene Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu befriedigen. Dem Grunde nach sind Label und Klassifizierung natürlich nicht notwendig. Denn egal wie ich meine Fotografie bezeichne, die Fotos ändern sich dadurch nicht. Aber vielleicht ändert sich die Art und Weise wie sie betrachtet werden? Es macht einen Unterschied, ob ich sage, ich fotografiere abstrakt und das ist so gewollt oder ob ich im Gegensatz dazu einfach nur die Technik nicht beherrsche und mir ungewollt die Fotos mißlingen. Vielleicht ist es für mich auch so schwierig auf die Frage zu antworten, weil ich keine klare Linie habe? Anderseits, warum soll ich etwas, nämlich die Kategorie, bestimmen? Kann nicht jeder seine eigene Meinung haben? Es gibt immer mehr als eine passende Schublade für eine Sache.

Und daher habe ich bisher auch dem Fragenden die Beantwortung seiner Frage überlassen, indem ich einfach auf meine Fotos verweise. Jeder kann sie dann in die für sich passende Schublade einordnen. Aber manchmal hätte ich schon gern auch eine Schublade, in die ich meine Fotografie selbst einordnen kann …

Heute mache ich mal die Schublade mit dem Bahnhofsbildern auf. Endlich war ich mal wieder da. Seit ich Anfang des Jahres den Job gewechselt habe und ich nicht mehr mit den „Öffis“ fahre, habe ich gar nicht mehr am Bahnhof fotografiert. Sehr schade, denn die Bahnhofs-Schublade mag ich echt gern.

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Annett

Mit dem Essen spielt man nicht …

… aber manchmal fotografiere ich es. Beim Einkaufen entdeckte ich diese verschiedenen Chilis und konnte nicht widerstehen jeweils eine zu kaufen. Zum Fotografieren. Das war mir schon im Laden klar. Größer als mein Verlangen sie zu essen, war mein Wunsch sie zu fotografieren. Ich hatte auch sofort ein bestimmtes Bild vor meinen Augen. Ich habe es umgesetzt und es gefällt mir bereits jetzt, aber ich denke dennoch, das wird nicht die Endversion sein. Zumindest fühlt es sich noch nicht wie ein Endergebnis an. Mal sehen, was meine Kreativität die kommenden Tage noch zulässt. Die Chilis halten sich ja ein bißchen. Bevor sie dann eine nach der anderen in meinem Essen landen werden.

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Die Farben der Chilis! Sind sie nicht wunderbar!?

Annett

Mehr oder weniger?

Letzte Woche konnte ich den Frühling spüren – strahlender Sonnenschein und 12 °C. Und weil es so verlockend war, bin ich nachmittags nach Steinhude gefahren (mal wieder diesen Winter). Zum Fotografieren natürlich. Meinen Sohn lockte ich mit Eis, also Speiseeis. Das Steinhuder Meer war allerdings auch noch immer mit einer dicken Eisschicht bedeckt.

Und weil es so traumhaftes Wetter war, war Steinhude gut besucht. Unter anderem waren auch jede Menge Fotografen unterwegs (der zugefrorene See im sonnigen Winterlicht ist wirklich ein sehr dankbares Motiv – da kann kaum was schief gehen). Und so habe ich gestaunt, wie viel Ausrüstung einige mithaben. Ich bin in Sachen Fotoausrüstung recht minimalistisch unterwegs und daher bin ich die letzten Tage auch immer mal wieder ins Grübeln gekommen, ob ich dadurch nicht vielleicht DAS Foto verpasse!? Ist mehr Ausrüstung vorteilhafter? Ist es besser einen möglichst großen Brennweitenbereich abzudecken und ein Stativ dabeizuhaben? Und vielleicht noch ein, zwei Filter? Vielleicht begrenze ich mich ja nachteilig, wenn ich auf all das verzichte?

Es ist natürlich vor allem auch eine Typfrage. Wer technische Spielerei mag, dem würde vermutlich was fehlen, wenn der Fotorucksack nicht auf den Schultern drückt. Ich dagegen würde wahrscheinlich eh selten das Objektiv wechseln und noch seltener das Stativ aufbauen, weil … Ich weiß gar nicht genau warum. Ich schätze, weil es nicht das ist, was mich an der Fotografie reizt – also das Austesten von verschiedenen technischen Möglichkeiten und Varianten. Ich mag an der Fotografie, dass sie mich im Augenblick hält und aufmerksam sein lässt. Meine Gedanken sind in der gleichen Zeit wie der Rest von mir – nämlich im Jetzt. Sie sind da, wo das Leben stattfindet. Sie eilen nicht in die Zukunft zur Planung des nächsten Tages und schwelgen auch nicht in Erinnerungen vergangener Zeiten – wie sie es sonst sehr gern tun. Wenn ich fotografiere, sind meine Gedanken bei dem, was ich tue – nämlich ein Motiv suchen, das ich ablichten möchte. Ein Foto komponieren. Einen Moment einfangen und zum bleiben zwingen.

Weniger Technik lässt mich daher intensiver mit dem Motiv beschäftigen und somit auch intensiver im Jetzt verweilen. Die Begrenzung auf wenig Technik lässt mich mehr sehen. Und das nicht nur mit den Augen. Ich werde kreativer und freier bei der Ablichtung eines Motives. Das klingt wie ein Widerspruch, denn gemessen an den heutigen technischen Möglichkeiten begrenze ich meine technischen Möglichkeiten ja doch sehr. Und gerade diese Begrenzung gibt mir das Gefühl freier zu sein (oft ist es einfacher aus 3 Möglichkeiten als aus 10 auszuwählen). Und wenn ich mich freier fühle, können auch meine Gedanken und Bilder freier und kreativer entstehen. Dadurch das mein Gehirn sich nicht mit der „Technik-Frage“ beschäftigen muss, kann es sich mit Bildaufbau und dem Entdecken unerwarteter Motive beschäftigen. Entgegen allen hartnäckigen Gerüchten ist unser Gehirn tatsächlich nicht multitasking-fähig – es kann sich nur auf eine einzige Sache konzentrieren. Und da bei mir die verschiedenen Technikmöglichkeiten wegfallen und für keinerlei Ablenkung sorgen, sind die Kapazitäten frei für das Motiv. Und den Augenblick.

Und so habe ich vom letzten Mittwoch nicht nur die Fotos als Erinnerung, sondern auch die tatsächliche Erinnerung an einen Nachmittag im schönsten Winterlicht. Natürlich wird mein Gehirn im Laufe der Jahre diese Erinnerung abwandeln – aber was ist schon perfekt?

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„Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.“ (Martin Heidegger)

Annett

12 Magische Mottos 2017 – Fenster & Fassaden

Zunächst hatte ich Zweifel an Paleicas Februar-Motto. Spontan dachte ich nämlich, das ist ein Thema, was mich so gar nicht interessiert. Tja, aber eigentlich nur, wenn man es auf Architektur bezieht. Irgendwann wurde mir klar, dass mich Fassaden tatsächlich nicht sonderlich interessieren, aber Fenster dafür. Genaugenommen eigentlich die Fensterscheiben. Weil sich in ihnen der Augenblick zeigt. Und als ich dann in meinem Archiv nach Fenstern gesucht habe, habe ich meine Umsetzung für das Februar Thema gefunden.

Es sind nicht „nur Fenster“, sondern es sind Zugfenster. Unglaublich, wie oft ich Zugfenster fotografiert habe. Also verhältnismäßig. Mir ist aufgefallen, dass wann immer ich einen Zug fotografiere, ich auch meistens die Fenster fotografiere. Also nur die Fenster. Oft im Vorbeifahren – weil die Bewegung des Zuges alles noch interessanter und den Augenblick flüchtiger macht. Aber manchmal auch bei Stillstand. Aus meinen gesammelten Zugfenstern habe ich also eine kleine Auswahl getroffen und entstanden ist eine nette Serie aus lauter ähnlichen Fotos. Ähnlich sind sie aber nur auf den ersten Blick.

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Danke Paleica, denn ohne Dich und Deine Mottos wäre diese Serie nie entstanden. Und ich denke darüber nach sie auszubauen.

Annett

Wasser

Das Meer mit seiner Unbezwingbarkeit und seiner Tiefe ist faszinierend. Es lädt zum Schlendern und Gedanken schweifen lassen ein – es lässt uns einfach nur sein. Gern auch still sein, da das Tosen der Wellen und das Rauschen des Meeres alle Gedanken überlagern können. Aber das Meer kann auch anders. Es kann über die Dünen und Ufer treten und die, die zu nahe sind, zum Abstand zwingen.

Jules Verne hat treffend formuliert:

„Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt. Das Meer ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.“

Im letzten Beitrag „infobesity“ habe ich bereits Fotos von meinem Besuch an der Ostsee gezeigt. Aber ich habe noch ein paar Bilder, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

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Annett

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Infobesity – diese interessante Wortschöpfung habe ich neulich entdeckt und fühlte mich sogleich angesprochen. Infobesity bedeutet Informationsüberfluss. Soziale Medien wie Facebook & co., Blogs, Communities, minütlich aktualisierte Nachrichten in den Apps diverser Zeitungen oder Fernsehsender, WhatsApp-Gruppen, Foren, usw. usf. bieten Informationen ohne Ende. Es sei dahingestellt, ob diese Informationen wichtig oder unwichtig, sinnvoll oder sinnlos sind. Das beurteilt jeder für sich. Fakt ist aber, dass man sich kaum noch dieser medialen Flut an Informationen entziehen kann und/oder will. Und das betrifft nur unser digitales Leben. Wir sammeln ja auch Informationen im „real life“. Aber wie merkt man, wann es zu viel ist?

Ich muss gestehen, ich bin nicht sehr belastbar, was soziale Medien und Informationen betrifft. Ich habe recht schnell genug und dann auch kein Interesse noch mehr zu konsumieren. Bei Facebook habe ich mich 2013 abgemeldet, aber aus verschiedenen Gründen letztes Jahr wieder an. Besonders aktiv bin ich nicht geworden und überlege wieder zu gehen. Facebook bietet mir nichts (mehr), es überfordert mich lediglich. Und ich finde ganz viele geteilte Informationen dort einfach nur sinnlos und zeitraubend. Bei Instagram war ich ein Jahr – dann wurde es mir zuviel. Twitter & Co. habe ich nie ausprobiert. Offensichtlich komme ich also recht schnell an einen Punkt, wo ich finde, dass sich die Inhalte mit geringfügigen Änderungen wiederholen oder mich langweilen. Nun gut, zusammengefaßt kann gesagt werden, dass ich soziale Medien eher unsozial finde und mich nicht darin aufhalten mag. Es kann natürlich auch sein, dass ich *räusper* „alt“ werde …

Was ich aber mag ist, in den Blogs anderer zu stöbern. Da lese ich gern, weil die Texte toll sind (meistens) und neue Gedankenimpulse geben. Ich merke, wie der Schreiber sich Gedanken gemacht und Mühe gegeben hat. Und natürlich liebe ich es die Fotos anderer zu betrachten. Es gibt so unglaublich viele gute und talentierte (Hobby-)Fotografen – das ist echt Wahnsinn. Und da bin ich froh, dass es so einfach ist dere Fotos zu konsumieren. Nun ist mir vor einiger Zeit jedoch aufgefallen, dass ich die Fotos nicht sehr aufmerksam betrachte, wenn in einem Beitrag zu viele davon sind. Gefühlt ab 20 Fotos pro Post leidet meine Motivation jedem Foto die wohlverdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist schade.

Und weil dies mein Blog ist, habe mir vorgenommen, weniger Fotos pro Post zu zeigen. Ich habe zum Anfang immer recht viele gezeigt, aber das ist im Laufe des letzten Jahres schon weniger geworden. Mir gefällt es besser und daher werde ich dabei bleiben. Das bedeutet, dass ich von den 20 guten Fotos die 5 besten auswählen und zeigen werde. Vielleicht wird es dann noch mal einen anderen Post mit den 5 Zweitplatzierten geben. Vielleicht aber auch nicht.

Ich möchte dadurch genaugenommen mehr Beachtung für jedes einzelne Foto erreichen. Ich finde es schöner, wenn ich denke, dass der Betrachter 5 Fotos in Ruhe und länger anschaut, als dass er im Schnelldurchlauf 20 oder mehr Fotos durchscrollt. *

Und irgendwie möchte ich auch dem Trend der digitalen Masse entgegenwirken. Nicht immer ist viel auch besser. Manchmal ist viel einfach nur viel und erdrückt. Nur das merken wir oft nicht. Oder erst, wenn es zu spät ist.

(* 5 und 20 sind von mir gewählte, (fast) beliebige Zahlen)

Und weil nur mein letzter Beitrag „Das Licht der Hoffnung“ ohne Fotos sein sollte, zeige ich Euch nun noch Strandbilder. Ostsee. Es war windig, aber der Wind ließ die Wellen tanzen und schäumen. Es schien die Sonne und zauberte ein wunderbares Winterlicht. Alle Fotos sind Doppelbelichtungen. Es fällt mir richtig schwer das zu lassen. Also diese 2-in-1 Fotogeschichte. Es ist so unglaublich kreativ, weil sich so viele Möglichkeiten bieten. Und oft sieht man erst am PC, ob ein Motiv funktioniert oder nicht. Das macht es auch noch spannend.

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Sanddorn in den Dünen
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Blick auf Warnemünde

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Ich wünsche Euch einen wunderbaren Start ins Jahr 2017.

Annett