Papier, Schere, … Fotoalbum

Da sind sie nun – meine 43.894 Fotos gespeichert in mehr oder weniger sinnvoll benannten Ordnern auf 3 Festplatten. Ein paar Fotos – meine persönlichen Best of’s sozusagen – haben es geschafft und hängen in verschiedenen Formaten auf verschiedenen Bildträgern an verschiedenen Wänden im Haus. Alle restlichen Fotos fristen jedoch ein sehr trauriges digitales Dasein. Ich schaue sie mir nämlich manchmal flüchtig an, wenn ich ein bestimmtes Bild suche, aber ansonsten setze ich mich nie an den PC um meine Fotos anzuschauen. Damit war ich schon immer unglücklich. Es gibt meine Lieblingsfotos an den Wänden, die ich bewundere und es gibt meine misslungenen Fotos, die ich ignoriere. Aber dann gibt es noch die Sorte Bilder, die dazwischen fällt. Die ich mir trotzdem gerne ansehe, weil sie viele Erinnerungen für mich bergen. Die gelungen sind, aber keinen Platz an einer Wand finden. Was also mache ich mit diesen Fotos?

Zunächst hatte ich Fotobücher ausprobiert. Fotobücher wie sie inzwischen überall angeboten werden. Ja, das Ergebnis war okay und ich schaue die Fotos öfter an, aber nicht of genug, weil es hat mich doch nicht vollends begeistert hat. Irgendetwas fehlte mir da noch. Dann hatte ich vor etlichen Jahren mal Scrapbooking ausprobiert. Das war recht aufwendig und eigentlich geht es da mehr um das Gestalten der einzelnen Seiten. Mitunter werden die einzelnen Albumseiten so stark gestaltet, dass das Foto völlig in den Hintergrund tritt, was gut für schlechte Fotos ist. Und auch wenn ich die schlechten Fotos gar nicht ausgedruckt hatte und mich gestalterisch stark zurückgehalten habe, hat mich der Scrapbook-Virus nicht gepackt.

Letztes Jahr im März habe ich dann (m)eine Methode gefunden. Ein System, dass ich über längere Zeit führen möchte und das all meine Alltagsfotografie ins rechte Licht setzt. Ein System, das ich gern in die Hand nehme und drin rumblättere. Etwas, das all meine kostbaren Alltagsmomente der vergangenen Monate birgt. Kleine Momente, die mein Gehirn schon längst unauffindbar abgespeichert hat. Aber genau diese kleinen Momente machen das große Glück aus. Die kurze Fahrradtour am Vatertag (und die überfüllten Radwege), der Kuchen am Wochenende, das Heidelbeerpflücken auf der Plantage, der Spielbesuch meines Sohnes, mein angefangenes (und mitunter nie beendetes) Strickprojekt, mein fertiges Strickprojekt, der Garten zu dieser und jener Zeit, das Sommerfest im Kindergarten, meine gelesenen/gekauften Bücher. Und all so Kram – ich glaube, Ihr habt jetzt eine Vorstellung davon, was ich meine. Fast eine Art Fototagebuch. Es macht ein wenig Mühe, aber es ist diese Mühe wert.

Das System ist ähnlich wie die Fotoalben von „früher“. Nicht so viel früher, aber ein bißchen früher. Es gibt (sehr hochwertige) Folien und diese Folien sind unterteilt und da sortiert man die Fotos und auch Sachen wie Eintrittskarten o.ä. ein, wenn man den möchte. Die fertigen Folien heftet man dann ein. Das ganze nennt sich Project Life und wurde von der Amerikanerin Betty Higgins entwickelt. Wenn man das Internet bemüht und nach Beispielen sucht, findet man sehr viele. Und auch auch sehr viele bunte und teilweise überladene Seiten. Das Ganze soll so eine Art Scarpbooking sein, aber schneller gehen, weil viel vorgefertigt ist. Nun ja, das kann jeder gern so handhaben. Ich nutze es in einer simplen Variante und finde es da total schön. Es wird auch nicht langweilig, weil es viele verschiedenen Formen von Folien gibt.

Und warum ich das gerade alles schreibe? Weil ich etwas im Rückstand war und diese Woche gerade über 200 entwickelte Fotos angekommen sind, die nun darauf warten in Reihenfolge gebracht und die Folien einsortiert zu werden. Womit ich gleich nach diesem Blogpost beginnen werde …

Ich lasse meine Fotos – nach der Bearbeitung durch mich – bei Saal Digital entwickeln und bin zufrieden – mit Qualität, Schnelligkeit und Kundenservice. Ich kann es immer kaum erwarten, die Papierfotos zu sehen, denn in Papierform sehen sie oft anders aus. Besser. Sie gewinnen für mich. Ich finde sie greifbarer. Ich habe aber auch gern Papier in den Händen. Die Farben sind toll. Und im Standardformat (10 x 15 cm) sind auch kleinere Unschärfefehler verziehen (passiert leicht beim Kind, dass sich nicht mehr so gern fotografieren lässt).

Und weil sich manche Dinge besser zeigen als erklären lassen, sind hier noch einige Beispiele.

Annett

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