experimentieren

Ich habe folgendes inspiriendes Zitat gelesen:

„Seien Sie nicht zu schüchtern und zögerlich in Ihren Handlungen. Das ganze Leben ist ein Experiment. Je mehr Sie experimentieren, desto besser.“

Ralph Waldo Emerson

Das passt gut zu meinem letzten Beitrag über die gefühlte Warteposition und wahrscheinlich hat es mich deswegen auch angesprochen. Wobei ich bei diesem Zitat Experimente nicht wortwörtlich als Experimente sehe, sondern meine, es bezieht sich darauf (kalkulierbare) Risiken im Leben einzugehen.

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Ich wünsche Euch ein Wochenende voller Experimente.

Annett

 

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Braucht das Kind einen Namen?

Was antwortet Ihr, wenn Ihr gefragt werdet, was Ihr fotografiert? Nicht in diesem einen speziellen Moment, sondern was Ihr ganz allgemein  fotografiert. Ich finde die Antwort echt schwer. Ich weiß, was ich nicht fotografiere, aber eine zufriedenstellende Antwort, was ich denn nun fotografiere, kann ich dem Fragenden nicht bieten. Braucht das Kind einen Namen? Brauche ich eine Schublade für meine Fotografie? Ich persönlich nicht unbedingt, aber ich verstehe, dass es andere für – zumindest eine grobe – Einordnung hilfreich finden. So sind wir Menschen einfach. Wir lieben Schubladen, Label, Kategorien, etc.. Erst wenn wir etwas klassifizieren können, fühlen wir uns wohl. Es hilft halt beim Einordnen der Dinge – im wahrsten Sinne des Wortes.

Mich bringt diese Frage nach dem „Was“ auch regelmässig ins Grübeln, wie ich mich bzw. meine Fotos denn am sinnvollsten klassifizieren könnte. Es geht nicht nur um die Eindordnung, sondern auch darum das ureigene Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu befriedigen. Dem Grunde nach sind Label und Klassifizierung natürlich nicht notwendig. Denn egal wie ich meine Fotografie bezeichne, die Fotos ändern sich dadurch nicht. Aber vielleicht ändert sich die Art und Weise wie sie betrachtet werden? Es macht einen Unterschied, ob ich sage, ich fotografiere abstrakt und das ist so gewollt oder ob ich im Gegensatz dazu einfach nur die Technik nicht beherrsche und mir ungewollt die Fotos mißlingen. Vielleicht ist es für mich auch so schwierig auf die Frage zu antworten, weil ich keine klare Linie habe? Anderseits, warum soll ich etwas, nämlich die Kategorie, bestimmen? Kann nicht jeder seine eigene Meinung haben? Es gibt immer mehr als eine passende Schublade für eine Sache.

Und daher habe ich bisher auch dem Fragenden die Beantwortung seiner Frage überlassen, indem ich einfach auf meine Fotos verweise. Jeder kann sie dann in die für sich passende Schublade einordnen. Aber manchmal hätte ich schon gern auch eine Schublade, in die ich meine Fotografie selbst einordnen kann …

Heute mache ich mal die Schublade mit dem Bahnhofsbildern auf. Endlich war ich mal wieder da. Seit ich Anfang des Jahres den Job gewechselt habe und ich nicht mehr mit den „Öffis“ fahre, habe ich gar nicht mehr am Bahnhof fotografiert. Sehr schade, denn die Bahnhofs-Schublade mag ich echt gern.

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Annett