Warum Winterlicht?

Die Idee, mein Blog Winterlicht zu nennen, kam mir vor einigen Wochen. Morgens auf dem Weg zur Arbeit. Es war ein wunderbarer … äähhmm … Herbsttag mit Sonne und Nebel in den Feldern. Ich wohne ländlich – da gibt es viele Felder drumherum. Nun gut, es war also noch im Herbst, aber das Licht in dieser Zeit des Jahres ist so ganz anders als im Sommer. Im Sommer muss man auf die Abendstunden warten, bis die Sonne tief steht und das Licht magisch wird. Alternativ könnte man natürlich früh aufstehen. Sehr früh. Im Winter aber steht die Sonne den ganzen Tag tief und verbreitet dieses magisches Licht. Alles wirkt anders und es ist eine besondere Stimmung. Natürlich nur, wenn denn im Winter auch die Sonne scheint. Hier, in Norddeutschland, ist das leider selten der Fall. Dennoch mag ich diese Lichtstimmung im Winter und habe ich mich für „Winterlicht Fotografie“ entschieden. Da kann ich auch mit leben, dass es im Winter auch diese grauen Tage gibt, wo es gefühlt gar nicht hell wird und selbst bei ISO 1000 die Fotos ohne Blitz oder Stativ verwackeln. Nichts ist perfekt. Auch nicht das Winterlicht.

Fotografie ist Malen mit Licht. Das ist alles, um was es geht. Um das richtige Licht. Ach ja, Motive spielen natürlich auch eine Rolle, aber entscheidend ist das Licht. Das gilt für Landschaftsfotos ebenso wie für Portrait- oder Architekturaufnahmen und was es nicht noch alles gibt. Wenn sich das Licht ändert, ändert sich auch das Foto oder vielmehr die Wirkung des Fotos. Ich habe in meinem Fotoarchiv gesucht und zwei Fotos aus meiner Anfangszeit zum verdeutlichen gefunden. Es ist nicht das gleiche Motiv, aber es ist der gleiche Ort (White Sands National Monument, New Mexico) am gleichen Tag (12.04.2008) zu verschiedenen Uhrzeiten. Achtet auf die unterschiedliche Bildwirkung.

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15:44 Uhr
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18:33 Uhr

Das erste Bild in der Nachmittagssonne wirkt flach, strukturlos und uninteressant. Beim zweiten Foto kann man die Strukturen des Sandes, Fußspuren, die unterschiedlichen Formen der Hügel und den spärlichen Pflanzenbewuchs gut erkennen. Die tiefen Schatten geben dem Auge Punkte zum festhalten. Der Sand wirkt nicht mehr weiss, sondern beige.

Jedes Fotos für sich betrachtet, hat eine Wirkung, aber im direkten Vergleich fallen die Unterschiede deutlich auf und mir gefällt nur das untere Foto. Und dieses Licht, so wie es auf dem unteren Foto ist, finde ich magisch. Statt Winterlicht hätte ich mein Blog auch Abendlicht nennen können, aber selbst in der Wüste, wo täglich die Sonne scheint, ist das Sonnenlicht im Winter anders. Es ist milder und wärmer (also von der Farbtemperatur her). Es ist … magischer. Für diesen Post habe ich das Wort „magisch“ eindeutig genug benutzt, aber ich möchte Euch dennoch ein magisches Wochenende wünschen. Vielleicht zeigt sich bei Euch die Sonne.

Eure Annett