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12 magische Mottos: Same same – but different

Diesen Monat fragt Paleica nach einer Art roten Faden in der eigenen Fotografie. Nach etwas, das sich ständig und oft wiederholt. Nach etwas, das viele Fotos verbindet. Nach etwas, das unterschiedlich und doch einheitlich ist – same same but different.

So eine Fragestellung bietet viele Freiräume und schreckte mich zunächst total ab. Das naheliegenste ist, die Fotos auf gleiche oder ähnliche Motive durchzusehen. Die gibt es durchaus. Ich fotografiere gerne und viel Natur. Da ließe sich sicherlich ein verbindenes Element finden. Aber irgendwie bin ich mir sicher, dass es das noch nicht ist. Und so fiel mir später ein, was mein verbindenes Element (same same) ist. Gegenlicht. Gegenlichtaufnahmen gibt es von Anfang an in meinem Portfolio. Sie gibt es bei den verschiedensten Motiven und immer wieder. Auch heute noch mag ich Gegenlichtaufnahmen. Gegenlicht bietet sich einfach an, ein Foto interessanter zu machen. Am Anfang meiner Fotografielaufbahn habe ich unabsichtlich und eher zufällig aus dem Bauch heraus gegen die Sonne fotografiert. Später dann wesentlich bewußter und ganz gezielt. Und so habe ich mein Fotoarchiv nach diesem meinen roten Faden durchgesehen und stelle Euch hier meine Auswahl zum Juni-Motto vor. Es war schwer mich nur auf einige Fotos zu begrenzen und so sind es einige mehr geworden.

Danke, Paleica. Es war ein weites und schönes Thema. Ich bin auf Juli gespannt.

Annett

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Geradlinig

Ist geradlinig eigentlich langweilig? Verpasse ich wohlmöglich etwas, wenn ich mich zu sehr auf Geradlinigkeit fixiere? Genaugenommen ist mein Leben recht geradlinig und auch auf meinen Fotos mag ich das ausgesprochen gern. Und daher habe ich gerade mein Fotoarchiv auf Geradlinigkeit durchstöbert und einige Funde von der Festplatte in diesen Blog gezaubert – ein Motiv, hundertmal gesehen. Letztlich ist es so, dass jeder den Weg für sich finden und gehen muss. Es ist unerheblich, ob dieser Weg geradlinig oder schief und krumm über Umwege verläuft. Am Ende steht das Ziel. Wenn man also mit dem Ziel vor Augen losläuft, ist der Weg egal. Am Ziel ankommen zählt. Aber wenn sich das Ziel ändert, ändert sich zwangsläufig auch der Weg. Ich möchte meine beruflichen Ziele ändern und stelle fest, dass es gar nicht leicht ist geradlinige Wege zu verlassen.

 

„Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt –
und nicht, was wir ersehnt haben.“
> Arthur Schnitzler <

Experimente und Erinnerungen

„If you wanna make me happy pour me Bourbon on the rocks and play every sad song on the jukebox …“ so singt Alan Jackson gerade während ich einen Einstieg für diesen Blogpost suche. Ich bin zwar kein Vielposter, aber nun war es hier doch recht still die letzten Tage. Manchmal muss ich mich einfach mehr auf mein Leben außerhalb der virtuellen Welt konzentrieren und finde dann keine Zeit und Muse für diese Parallelwelt.

Aber mir fehlt das Schreiben und das, obwohl ich noch gar nicht weiß, worüber ich schreiben möchte. Da ich gerade Country Music höre, liegt es nahe, dass ich noch ein paar Schätze aus meiner USA-Zeit zeige und aufarbeite. Denn immerhin habe ich dort die Musik kennen und lieben gelernt und werde daher auch jedes Mal beim hören in die Zeit zurück katapultiert.

Andererseits habe ich heute endlich meine Strick- und Häkelsachen fotografiert. Also die Dinge, die in letzter Zeit fertig geworden sind. Ich mag das gern auf Fotos haben, finde es aber oft schwierig diese Dinge gut in Szene zu setzen. Aber als Erinnerung reicht es allemal. Und zum experimentieren sowieso:

 

Wollstruktur

Ich habe schon darüber nachgedacht, mich doch mal ordentlich an das „Inszenesetzen“ von Handarbeiten zu versuchen, aber ich habe festgestellt, dass es mich nicht interessiert, weil mir Erinnerungsfoto genügen. Und daher zeige ich sie auch nicht. Aber was mich interessiert sind die Strukturen, die Häkel- oder auch Stricksachen ergeben. Daraus kann man vielschichtige Fotos basteln. Ich bin mir noch nicht sicher, wie und ob es mir gefällt, aber die Möglichkeiten sind nahezu unendlich:

Psycho

Überhaupt mag ich vielschichtige Fotos. Das Leben ist schließlich auch vielschichtig und nicht immer ist alles auf den ersten Blick sichtbar.

Inzwischen singt Alan Jackson „Gone Country“ und ich habe auf dem Blog von Dosenkunst seine USA Fotos bewundert und ein Foto des Crater Lakes entdeckt. Das wiederum hat mich inspiriert und dann – gedanklich – nach Oregon geführt. Und so habe ich in meinem Fotoarchiv gestöbert und zeige einige Eindrück von Oregon. Ich finde den Südwesten der USA beeindruckend, weil die Landschaft so atemberaubend ist. Oregon hat aber ebenfalls einen großen Eindruck bei mir hinterlassen, so groß, dass ich auch tatsächlich in Erwägung ziehe, dort mal zu leben (Alternative wäre New Mexico). Die Landschaft in Oregon ist weit und oft leer, aber dennoch vielseitig. Oregon hat eine wunderbare Pazifikküste und ich kann mich erinnern, dass ich einen ganzen Tag nur in Bandon am Strand rumgelaufen bin. Die Felsformationen am Strand und im Wasser sind toll. Außerdem haben wir noch den Hells Canyon und auch den Crater Lake besucht. Viel mehr Zeit hatten wir leider nicht. Aber die Zeit, die ich dort verbrachte, war sehr intensiv. Und die ist meine fotografische Zusammenfassung von Oregon. Eines Tages möchte ich noch mal Oregon besuchen. Oder dort leben. Ich bin flexibel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mission Trail

Heute gibt es Motive aus meinem Fotoarchiv. Es ist schon interessant, wie die Zeit ein anderes Licht auf Fotos wirft. Damit meine ich, an einigen Fotos, die ich unmittelbar nach der Aufnahme aussortiert bzw.uninteressant gefunden hatte hatte, finde ich mittlerweile Gefallen. Zudem hat sich meine Bildbearbeitung verändert und das ändert natürlich auch meine Fotos. Gut, dass es Speichermedien gibt.

Heute zeige ich Eindrücke vom El Paso Mission Trail. Hauptbestandteil sind (natürlich) die drei Kirchen: Ysleta Mission, Socorro Mission und San Elizario Chapel. Und dazwischen gibt es Baumwoll- und andere Felder, verfallene und bewohnte Häuser und jede Menge ländliches Texas. Übrigens ein spanisch geprägtes Texas.

In letzter Zeit mache ich mir ständig Gedanken, wie ich mich fotografisch weiter entwickeln möchte bzw. wohin mich meine Fotografie führt. Ich denke darüber nach, welche Fähigkeiten ich ausbauen möchte und in welchen Bereichen ich dringenden Lernbedarf habe. Und was soll ich sagen, es gibt so viel, was ich machen möchte oder könnte und genauso viel, was mich gar nicht interessiert. Aber zu viel ist verwirrend. Und darum habe ich mir zunächst vorgenommen mich mit künstlichem Licht auseinanderzusetzen. Gerade im Winter ist es in unseren Breitengraden einfach nur dunkel und das ist für meine Alltagsfotografie oft ein erhebliches Hindernis – ganz besonders natürlich dann, wenn man die Stunden mit natürlichem Licht im Büro verbringt. Nun kommt zwar der Sommer mit all seinen reizvollen Aspekten, aber mit künstlichem Licht umgehen zu können schadet nicht. Der nächste Winter kommt bestimmt. Zuerst will ich mich also mit meinem (Aufsteck-)Blitz anfreunden. Ich habe ihn und nutze ihn. In voller Automatik. Die Ergebnisse finde ich oft unbefriedigend und eher unschön. Da müsste also noch mehr gehen. Überhaupt habe ich vom Blitz und seinen Einstellungen viel zu wenig Ahnung. Das wird sich nun ändern. Überhaupt finde ich es sehr belebend neue Dinge zu lernen. Und das gilt nicht nur für meine Fotografie.

Ich wünsche Euch einen entspannten Sonntagabend.

Annett

Land of Enchantment

Gemeint ist New Mexico. „Land of Enchantment“ ist der offizielle Nickname des Bundesstaates. Ich bin ein USA Fan. Ich habe dort mal 3 Jahre gelebt und möchte das auch wieder. Im Moment geht es nicht, aber die Zeit wird kommen. Und so überlege ich oft, WO in diesem riesigen, wunderbaren Land ich leben möchte. Ich kenne noch nicht sehr viel (gemessen an der Größe). Ich habe mit meinem Mann in West-Texas gelebt und wir haben natürlich etliche Touren unternommen. Dennoch waren wir „nur“ im Westen, Südwesten und den Plains unterwegs. Die Ostküste und den Süden der USA kenne ich noch nicht. Aber das macht nicht so viel, denn ich bin total in den Südwesten verliebt. Geboren und aufgewachsen bin ich an der Ostsee (also wirklich ganz dicht dran). Meer war immer wichtig und eine Ruhepol für mich. Aber im Südwesten (in der Wüste) habe ich es nie vermisst. Die dortige Weite ist ähnlich beruhigend, einschüchternd und befreiend wie das Meer für mich.

Und nun habe ich also festgestellt, dass ich gern in New Mexico leben möchte. Ich finde, New Mexico ist (touristisch) ein Bundesstaat der total unterschätzt wird. Das liegt vermutlich daran, dass er einfach zu eindrucksvolle Konkurrenten hat. Da ist Arizona mit DEM Grand Canyon. Dann gibt es noch Utah mit DER Westernkulisse und vielen anderen Nationalparks schlechthin. Colorado hat die Rockies und Texas ist einfach nur cool und besonders. Naja, und von Kalifornien träumen ja heute noch viele Glücksucher. Und neben diesen Riesen schneidet New Mexico auf den ersten Blick schlecht ab. New Mexico ist viel ruhiger und nicht so aufdringlich. Aber über das gesamte Land verteilen sich kleine, sehenswerte Parks und Städte. Alle eher unbekannt. Und ich kann es sogar verstehen.

Man plant und spart für einen Urlaub in der USA. In diesem riesigen Land gibt es ungefähr 1 Mio. Sehenswürdigkeiten. Ehrlich, ich würde mich da auch für die großen und bekannten entscheiden, wer hat schon Zeit für kleine State Parks oder National Monuments? Aber ich hatte die Zeit und kann Euch berichten, dass es sich lohnt. Es ist eine andere Art des Reisens – ruhiger und intensiver.

Im Süden gibt es z. B. Carlsbad – eine Stadt die nicht besonders sehenswert ist. Aber sie hat mit die größten Tropfsteinhöhle der Welt (Carlsbad-Cavern-Nationalpark). Wenn man nicht mit dem Fahrstuhl (!) runterfährt, läuft man (gemütlich) 1,5 Stunden bergab, bis man endlich in der riesigen, eindrucksvollen Tropfsteinhöhle ist. Aber mein ganz persönliches Carlsbad-Highlight findet im Sommer nach Sonnenuntergang statt. Aus dem Eingang, den man am Tage runter in die Höhle gelaufen ist, kommen ca. 1,5 Millionen Fledermäuse und begeben sich auf Futtersuche. Diese Schauspiel ist soooo wunderbar. Es ist völlig unklar, woher die Tiere in den Tiefen der Höhle wissen, dass nun die Zeit gekommen ist, um auf Futtersuche zu gehen. Aber sie wissen es und kommen dann raus. Erst nur vereinzelt, aber dann immer mehr. Unglaublich schön. Fotografieren verboten – stört die Tiere. Manchmal muss man Augenblicke einfach für sich festhalten. Am Tage, wenn man die Höhle besichtigt, kommt man mit den Fledermäusen übrigens nicht in Berührung – der Bereich der Höhle in dem sie sich aufhalten, ist nicht für Besucher zugänglich. Abgesehen von dieser größten und sehr gut für Besucher aufbereiteten Tropfsteinhöhle, gibt es noch unzählige kleinere Höhlen dort. Einige sind für die Öffentlichkeit zugänglich, andere nur für Wissenschaftler. Bei einigen Höhlen muss man durch kleineste Löcher klettern und elektrischen Licht gibt es auch nicht. Ich kann Euch daher verraten, dass ich nur die „Haupt-„Tropfsteinhöhle kenne. Für alle anderen war ich eindeutig nicht abenteuerlustig genug.

Ebenfalls im Süden von New Mexico sind die White Sands. Ein wunderbarer Ort über den ich bereits geschrieben habe. Weiter westlich im Süden haben wir Silver City besucht – eine ehr untypisch typische amerikanische Kleinstadt. Zudem gibt es dort den City of Rocks State Park – interessante Steinformationen mitten im Nichts. Sehr ruhig und schön zum schlendern, fotografieren, picknicken, Seele baumeln lassen. Dort in der Nähe hatte ich auch meine einzige Begegnung mit einer Klapperschlange. Sie hat gerade die Straße überquert als wir mit dem Auto angefahren kamen. Überhaupt habe ich die ganze Zeit immer nur flüchtende Schlangen gesehen. Gut so!

Wenn man nach Norden fährt kommt man durch Albuquerque – eine größere und sehr sympathische Stadt. Durch Albuquerque führte auch die Route 66. An dem Stück dieser berühmten Route sind heute viele Bars, Restaurants und Discos, dicht an dicht. Da ist jeden Abend viel los und es ist nett, dort lang zu schlendern und in einem der Restaurants zu Abend zu essen.

In der Nähe von Albuqeque gibt es das Kasha-Katuwe Tent Rocks National Monument. Ein kleiner Park mit eindrucksvollen Felsformationen. Mich erinnern die übrigens mehr an Bleistiftspitzen als an Zelte. Wir sind durch die Schlucht (= Slot Canyon) auf die Berge hinaufgewandert – das war wundervoll. Sehr abwechslungsreich und nicht zu lang (nicht mal 2 km lang). Ich glaube, es gibt dort auch nur ein oder zwei Wanderwege und einen Overlook. Achtung Trivia-Fakt – eine Szene von „Young Guns II“ wurde dort gedreht.

Nicht weit von Albuquerque ist Santa Fe – bekannt und bei mir beliebt wegen der vielen Adobebauten. Noch interessanter, aber ebenfalls sehr „überfüllt“ mittlerweile ist Taos – eine kleine (Künstler-)Stadt nördlich von Santa Fe. Ein Besuch wert ist der Taos-Pueblo. Ein bewohnter und für die Öffentlichkeit zugänglicher Pueblo der Tiwa-Indianer. Unser Besuch dort war schön. Erst haben wir eine Führung mitgemacht und dann hat uns ein fürchterliches Gewitterschauer in einem der kleinen Lädchen „gefangen“ gehalten. Wir haben dann ausführlich mit der aufgeschlossenen Besitzerin geplaudert. Überhaupt fande ich es immer erstaunlich leicht mit Leuten, die wir unterwegs trafen, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Und anschließend ging jeder wieder seiner Wege .

Natürlich ist nicht alles toll. Und sogar für mich gibt es ein Stückchen New Mexico, wo ich mich nicht besonders wohl gefühlt habe. Der Nordwesten um Shiprock ist Indianerreservat und gehört den Navajos. Es war alles sehr ärmlich und nicht besonders einladend. Es hat mich deprimiert und ich habe mich so gar nicht wohlgefühlt. Ich kam mir unwillkommen vor (und vermutlich war ich das auch).

Und so ist New Mexico. Es ist groß. Es ist weit. Es ist sonnig. Es ist Wüste. Es ist Wald und es ist Berge. Es ist warm. Es ist kalt. Es ist leer. Es ist einsam. Es ist nicht aufdringlich. Seine Schönheit ist nicht so offensichtlich wie die von z. B. Utah oder Colorado, aber wenn man ganz genau hinsieht, findet man sie. Es ist nicht überreizt und Menschen überflutet. Auf einer Fläche von der Größe Polens wohnen ca. 2 Millionen Menschen – viel Platz also. Und vermutlich ist das ein Punkt der mich dorthin zurückzieht – neben der Sonne versteht sich. Noch heute (ich bin nun bereits 6 Jahre wieder zurück) finde ich Deutschland eng und mir fehlt die Weite und der Freiraum.

Und obwohl – angeblich – ein Foto mehr sagt als tausend Worte, habe ich doch 1000 Worte für diesen wenig populären Bundesstaat gefunden. Aber Fotos lasse ich nun noch natürlich auch noch sprechen.

Annett

 

White Sands

Die White Sands in New Mexico, USA sind ein magischer Ort für mich. Jedes Mal, wenn ich dort bin, fühle ich ganz viel Ruhe in mir und die Gewißheit, da zu sein, wo ich hingehöre. Nun, das klingt vielleicht etwas übertrieben, denn wer möchte schon in einer „Wüste aus Gips“ leben, aber was ich eigentlich sagen will ist, dass dieser Ort mich stark anzieht. Er hat es vor 9 Jahren getan und macht es immer noch.

Der Sand besteht aus Gips. Die Sanddünen sind von Bergen umgeben, die aus verschiedenen Steinschichten bestehen. Eine dieser Schichten ist Kalkstein. Wenn es regnet, löst sich der Gips aus dem Kalkstein und wird die Berge runter in das Tularosa Tal gespült (und ja, da regnet es auch. Manchmal sogar richtig stark und einmal habe ich dort sogar Schnee erlebt.). Aus diesem Tal gibt es keinen natürlichen Abfluss zum Meer, so dass sich hier nach und nach der Gips angesammelt hat und durch den Wind werden die Dünen bewegt und wandern (einmal ist innerhalb von einem Jahr ein kleiner Parkplatz verschwunden. So komplett weg. Nada, nichts mehr da. Ich dachte schon ich irre mich und da war nie einer gewesen, aber doch, der war dann unter der Düne.). Der Sand ist zwar Gips fühlt sich allerdings nicht so an, wie der Gips, den man im Baumarkt kaufen kann. Er ist nämlich viel grobkörniger, macht die Schuhe jedoch auch weiß. Und wenn man keine Schuhe trägt, kann es passieren, dass man sich Blasen scheuert. Jedenfalls, wenn man 4,5 km durch die Dünen wandert (es gibt dort einen abgesteckten Rundweg im inneren der White Sands, der ist prima. Ansonsten sind ein Kompass und ein ausgezeichneter Orientierungssinn unablässlich …).

Tagsüber im Sommer ist es in den White Sands ziemlich unerträglich und – abgesehen davon, dass das Sonnenlicht eh viel zu grell ist – ist sogar das Hochheben der Kamera für ein Foto zu viel körperliche Betätigung. Auch abends ist es noch (sehr) warm, aber je tiefer die Sonne sinkt, desto weniger unbarmherzig wird sie. Dann kann man es gut aushalten und den Sonnenuntergang genießen. Überhaupt ist es Pflicht zum Sonnenuntergang dort zu bleiben (ist natürlich nicht Pflicht, aber total empfehlenswert). Das ist der Zeitpunkt, der mich jedes Mal auf’s Neue verzaubert. Das Licht wird viel milder. Alles kommt zur Ruhe und atmet auf. Wenn die Sonne dann erst mal die Gipfel der Berge berührt, ist sie innerhalb weniger Minuten auch schon verschwunden. Und zurück bleibt das Gefühl, einen weiteren wunderbaren Tag verlebt zu haben und die Vorfreude auf den nächsten Tag.

Doris Kirch hat mal gesagt „Wenn du dein Leben so intensiv und vollständig leben möchtest, wie es geht, dann sei dort, wo es stattfindet: im Hier und Jetzt!“. Und genau das machen die Abendstunden in den White Sands mit mir – sie nehmen meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch und fesseln mich im Hier und Jetzt. Nichts lenkt mich ab. Meine Gedanken hören auf hin und her zu springen. Früher oder später höre ich dann auf zu fotografieren. Aber das ist eher später. Ich habe heute nachmittag in meinem Fotoarchiv gestöbert und meine liebsten White Sands Fotos rausgesucht. Während des neuerlichen Betrachtens der Fotos hat mich (natürlich) Fernweh und Sehnsucht überfallen, aber auch die Erinnerungen an die vielen tollen Momente und Sonnenuntergänge, die ich dort erlebt haben.

Es liegt in der Sache der Natur, dass die meisten Fotos aus den Abendstunden sind. Einmal war ich auch zum Sonnenaufgang dort, aber den fand ich nicht so magisch – die Stimmung dann ist ganz anders. Und ich warne Euch lieber vor, nach einem langen Text folgen nun auch noch viele Fotos …

Annett